5. Februar 2026
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Was wird 2026 wichtig? Von der Gesetzgebung bis zur Umsetzung…
Die EU-Kreislaufwirtschaftspolitik tritt im Jahr 2026 in eine entscheidende Phase ein. Während die zentralen Rahmenregelungen bereits verabschiedet wurden, wird das kommende Jahr vor allem durch Sekundärrechtsakte, die nationale Umsetzung sowie erste praktische Auswirkungen für Hersteller, Recycler und Compliance-Systeme in ganz Europa geprägt sein.
Circular Economy Act
Eine zentrale Entwicklung wird die Arbeit der Europäischen Kommission am kommenden Circular Economy Act sein, dessen Vorlage für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwartet wird. Ziel der Initiative ist es, das Funktionieren des Binnenmarkts für Sekundärrohstoffe zu verbessern, Recycling-Wertschöpfungsketten zu stärken und administrative Hürden für zirkuläre Geschäftsmodelle abzubauen. Im Laufe des Jahres 2026 wird die Kommission voraussichtlich Folgenabschätzungen, weitere Stakeholder-Konsultationen und technische Studien durchführen, mit einem starken Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen.
WEEE
Gleichzeitig werden übergeordnete politische Diskussionen das regulatorische Umfeld weiter beeinflussen. Dazu zählen laufende Arbeiten zur Überarbeitung der WEEE-Richtlinie, die auf früheren Evaluierungen ihrer Wirksamkeit aufbauen, sowie die Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der EU. In diesem Zusammenhang prüft die Europäische Kommission auch neue Optionen für EU-Eigenmittel, darunter einen Vorschlag im Zusammenhang mit nicht gesammelten Elektro- und Elektronikaltgeräten.
PPWR
2026 wird zudem ein Schlüsseljahr für die Operationalisierung kürzlich verabschiedeter Rechtsakte sein. Die Bestimmungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) werden ab August 2026 nach einer 18-monatigen Übergangsfrist anwendbar. Parallel dazu wird die Kommission voraussichtlich eine Reihe von Durchführungs- und delegierten Rechtsakten verabschieden, unter anderem zu Regeln für die Berechnung und Überprüfung von Rezyklatgehalten, harmonisierten Kennzeichnungsvorgaben und digitalen Markierungstechnologien sowie zu Registrierungs- und Berichtsformaten. Diese Maßnahmen sind zentral für eine einheitliche Umsetzung in den Mitgliedstaaten.
Gesetz zu kritischen Rohstoffen
Im Anschluss an den RESourceEU-Vorschlag der Kommission werden zudem politische Diskussionen über Änderungen des europäischen Gesetzes zu kritischen Rohstoffen erwartet, einschließlich neuer kreislaufwirtschaftsbezogener Anforderungen für Dauermagnete. Parallel dazu plant die Kommission erste operative Schritte im Jahr 2026, um Recycling zu stärken, die Rückverfolgbarkeit zu verbessern und Exporte bestimmter rohstoffreicher Abfallströme zu begrenzen.
Batterien
Im Rahmen der EU-Batterieverordnung werden weitere Fortschritte bei der Überführung des Rechtsrahmens in operative Anforderungen erwartet. Die Arbeiten an Durchführungs- und delegierten Rechtsakten werden fortgesetzt, insbesondere in Bezug auf Berichtspflichten, Methoden sowie technische Anforderungen an Nachhaltigkeit, Sammlung und Recycling von Batterien. Für Hersteller bedeutet dies eine höhere Datentransparenz und stärker standardisierte Compliance-Pflichten auf EU-Ebene.
Textilien
Textilien gewinnen unter der geänderten Abfallrahmenrichtlinie zunehmend an regulatorischer Bedeutung. Nach der Einführung einer verpflichtenden erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien auf EU-Ebene wird sich der Fokus 2026 zunehmend auf die nationale Umsetzung verlagern. Die Mitgliedstaaten werden voraussichtlich an der Einrichtung oder Anpassung von EPR-Systemen arbeiten, einschließlich Herstellerregistrierung, Berichtspflichten und Governance-Strukturen, während die Diskussionen über verbleibende Sekundärrechtsakte auf EU-Ebene fortgesetzt werden.
Ökodesign-Verordnung
Auch die Ökodesign-Verordnung (ESPR) wird weiter in die Umsetzungsphase übergehen. Für 2026 wird erwartet, dass die Kommission vorbereitende Arbeiten, technische Studien und Diskussionen zu delegierten Rechtsakten vorantreibt, die die Grundlage für künftige produktspezifische Anforderungen schaffen. Dies unterstützt die schrittweise Integration von Kriterien zu Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Zirkularität in die EU-Produktpolitik.
Zusammenfassung
Insgesamt wird das Jahr 2026 einen klaren Übergang von der Ausgestaltung rechtlicher Rahmenwerke zu der konkreten Umsetzung markieren. Für Unternehmen mit umweltrechtlichen Compliance-Pflichten wird sich der Schwerpunkt zunehmend von der Beobachtung neuer Regelungsvorhaben auf die praktische Umsetzung bestehender Rechtsakte über mehrere Abfallströme hinweg in einem immer stärker vernetzten regulatorischen Umfeld verlagern.
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